Forscher der Nippon Medical School in Tokio konnten nachweisen, dass bei einem 24-stündigen Aufenthalt im Wald die Anzahl der Killerzellen im Blut um 50 Prozent ansteigt. Dieser Effekt hält ca. sieben Tage an. Die Studie betrachtete die Auswirkungen auf Vitalität, Blutzusammensetzung und Abwehrkraft.

Unabhängig von dieser Studie kam eine amerikanische Studie aus Nashville bei Untersuchung des gesundheitsfördernden Einflusses auf die Probanden zum gleichen Ergebnis. Eine Placebogruppe zeigte ohne Terpene bluttechnisch keine positiven Veränderungen. Holzinhaltsstoffe wie Terpene sollen laut den Forschungsergebnissen die menschliche Abwehr-Aktivität erhöhen. Die Zahl der NK-Zellen und intrazellulären Anti-Krebs-Proteine in Lymphozyten vermehrte sich nach dem Kontakt mit Holzgerüchen. In der gleichen Studie wurde die positive Wirkung der „Waldbadereise“ auf die menschliche Immunabwehr bei weiblichen Probanden untersucht. Phytoncide wie Alpha-Pinen und Beta-Pinen wurden in der Waldluft nachgewiesen. Das Blut der Probanden wurde nach längerem Waldaufenthalt untersucht und die Anzahl der intrazellulären Anti-Krebs-Proteine hatte zugenommen. Phytoncides, die von Bäumen freigesetzt werden, verringerten u.a. den Stress-Hormonspiegel.

Holzgeruch ist nicht gesundheitsschädlich.

Auch an der Hochschule Hildesheim, Holzminden, Göttingen forschten die Professoren Dr. Wolfgang Viöl (Fakultät Naturwissenschaften und Technik) und Dr. Holger Militz (Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie) zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Holzemissionen.
Mit ihrer Arbeit konnten sie zeigen, dass sich medizinische Parameter bei Personen, die sich in Räumen mit sehr hohen Konzentrationen von Holzemissionen betätigen, nicht negativ verändern. Damit wurde wissenschaftlich bewiesen, dass der im Allgemeinen als angenehm empfundene Holzgeruch nicht gesundheitsschädlich ist.

Schlussfolgerung
Die aktuellen Forschungsergebnisse zeigen, dass sehr wahrscheinlich Holzterpene, die wir über die Atmung aufnehmen, und andere sekundäre Pflanzenstoffe und ätherische Öle, die aus Blättern, Nadeln und anderen Pflanzenteilen stammen, in der Lage sind, unsere körpereigene Abwehr zu mobilisieren.


Literaturrecherche:
Int J Immunopathol Pharmacol. 2007 Apr-Jun; 20 (2 Suppl 2): ​​3-8.
Waldbaden verbessert die natürliche Aktivität von Menschen und die Expression von Antikrebsproteinen.

Li Q1, Morimoto K, Nakadai A, Inagaki H, Katsumata M, Shimizu T, Hirata Y, Hirata K, Suzuki H, Miyazaki Y, Kagawa T, Koyama Y, Ohira T, Takayama N, Krensky AM, Kawada T.
Informationen zum Autor
Abstrakt
Um die Wirkung des Waldbadens auf die menschliche Immunfunktion zu untersuchen, untersuchten wir die Aktivität natürlicher Killer (NK); die Anzahl der NK-Zellen und Perforin, Granzyme und Granulysin-Expression in peripheren Blutlymphozyten (PBL) während eines Besuchs auf Waldflächen. Zwölf gesunde männliche Probanden, Alter 37-55 Jahre, wurden mit Einverständniserklärung von drei großen Unternehmen in Tokio, Japan, ausgewählt. Die Probanden erlebten eine dreitägige / zwei-Nächte-Reise in drei verschiedenen Waldgebieten. Am ersten Tag gingen die Probanden zwei Stunden am Nachmittag in einem Waldfeld spazieren; und am zweiten Tag gingen sie zwei Stunden morgens und nachmittags in zwei verschiedenen Waldfeldern spazieren. Das Blut wurde am zweiten und dritten Tag entnommen und die NK-Aktivität; Anteile von NK, T-Zellen, Granulysin, Perforin und Granzyme A / B-exprimierende Zellen in PBL wurden gemessen. Ähnliche Messungen wurden vor der Reise an einem normalen Arbeitstag als Kontrolle durchgeführt. Fast alle Probanden (11/12) zeigten nach der Reise eine höhere NK-Aktivität (etwa 50 Prozent mehr) als zuvor. Es gibt erhebliche Unterschiede sowohl vor als auch nach der Reise und zwischen den Tagen 1 und 2 in der NK-Aktivität. Der Waldbade-Ausflug erhöhte auch signifikant die Anzahl der A / B-exprimierenden Zellen von NK, Perforin, Granulysin und Granzymen. Zusammengenommen deuten diese Befunde darauf hin, dass eine Waldbade-Reise die NK-Aktivität erhöhen kann und dass dieser Effekt zumindest teilweise durch die Erhöhung der Anzahl an NK-Zellen und durch die Induktion von intrazellulären Antikrebsproteinen vermittelt wird.

Physiological effects of Shinrin-yoku (taking in the atmosphere of the forest) in an old-growth broadleaf forest in Yamagata Prefecture, Japan.
Tsunetsugu Y, Park BJ, Ishii H, Hirano H, Kagawa T, Miyazaki Y.

Physiological and Psychological Effects of a Forest Therapy Program on Middle-Aged Females
Hiroko Ochiai †, Harumi Ikei †, Chorong Song †,Maiko Kobayashi, Takashi Miura, Takahide Kagawa, Qing Li, Shigeyoshi Kumeda, Michiko Imai, and Yoshifumi Miyazaki.

Physiological and psychological effects of walking in stay-in forest therapy.
Park BJ, Tsunetsugu Y, Morikawa T, Kagawa T, Lee J, Ikei H, Song C, Miyazaki Y.

Possibility of clinical applications of forest medicine.
Li Q, Kawada T.

Blood pressure-lowering effect of Shinrin-yoku (Forest bathing): a systematic review and meta-analysis.
Ideno Y, Hayashi K, Abe Y, Ueda K, Iso H, Noda M, Lee JS, Suzuki S.

A forest bathing trip increases human natural killer activity and expression of anti-cancer proteins in female subjects.
Li Q, Morimoto K, Kobayashi M, Inagaki H, Katsumata M, Hirata Y, Hirata K, Shimizu T, Li YJ, Wakayama Y, Kawada T, Ohira T, Takayama N, Kagawa T, Miyazaki Y.

Schreiner, L.; Loos, H. M.; Buettner, A.; "Identification of odorants in wood of Calocedrus decurrens (Torr.) Florin by aroma extract dilution analysis and two-dimensional gas
chromatography–mass spectrometry/olfactometry"; Analytical and Bioanalytical Chemistry; 2017, 1-11.

Bildquellen: Titelbild von Waldemar Bothe